hier stinkts nach leuten, hier ist alles im lot. gleich wird gearbeitet. u-bahn gefahren. und ich bin mittendrin. ich bilde mir ja ein, ich rieche nach dem zeug, mit dem ich geduscht habe, aber dass mich alle hier anekeln, muss mir aus allen poren dringen. aus den augen. ich glaube, keiner hier mag mich. scheiss drauf. was ist das für ein jämmerliches bild, was ist das, als ganzes gesehen, für ein beklopptes bild. alle werden irgendwohin gekarrt. kein neuer gedanke, aber man muss das erstmal sehen, dass hier keiner wach ist. sich bei der arbeit ihre sprache immer weiter schleifen und verkrüppeln lassen. fängt ja schon hier an, im waggon. lassen sich in ihr gehirn wichsen und raus kommt nur argwohn, angst und totschlag. die fressen buchstäblich scheisse. ich sehe, ich bin in bester gesellschaft. lauter koprophagen. dieses viehische moment des transportiertwerdens. alle sitzen und werden bewegt. überführen ihr frühstück zur arbeit, ihre verdauungstrakte werden beschleunigt und abgebremst. ich bin mir sicher, dass ein grossteil des deutschen frühstücks auf diese weise verdaut wird. ich beginne bei der verfertigung meiner gedanken zu verstehen, dass hier eigentlich alle nur sitzen und drücken, den landser des nachkriegsverunsicherten in händen. und wenn ich mir diese feisten münder ansehe, die sich die letzten reste schmecken lassen, was kaum zu unterscheiden ist vom goutieren einer pointe aus ihrem softlandser, das die vergnatzten fronten kuhfladig glättet für einen moment, dann frage ich mich, was kam heute morgen schon aus ihnen raus, aus diesen mündern, wie riecht es in ihren wohnzimmern, wo sammelt sich all das gesagte? bleibt der geruch der worte in den vier wänden hängen, ist der von gestern abend schärfer als der von heute morgen? ich rieche den seifenkern, der am waschbeckenrand der alten frau neben mir liegt, von ihren ungefährlichen händen gewetzt jahrzehntelang.
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